Aktuelles
Nachlese zur FAPIQ-Infoveranstaltung „Seniorenpolitische Leitlinien als Kompass für Kommunen“ am 09. September 2026
21.09.2026 | Im Rahmen der digitalen Informationsveranstaltung wurde über die Bedeutung seniorenpolitischer Leitlinien als Instrument für die strategische Gestaltung des demografischen Wandels informiert. Anhand von Beispielen auf Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene wurden Entwicklungsprozesse, inhaltliche Schwerpunkte sowie Erfahrungen bei der Umsetzung vorgestellt. Ziel war es, den Teilnehmenden Impulse für die eigene Facharbeit zu vermitteln und den Austausch über eine stärkere Verzahnung seniorenpolitischer Strategien zwischen den unterschiedlichen Ebenen zu fördern.
Die Seniorenpolitischen Leitlinien des Landes Brandenburg
Norman Asmus, Landesseniorenbeauftragter im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Brandenburg, stellte die fortgeschriebenen Seniorenpolitischen Leitlinien des Landes Brandenburg (2024) vor.
Die Leitlinien verfolgen das Ziel, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben, gesellschaftliche Teilhabe sowie ein gutes Älterwerden im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. Die Seniorenpolitik des Landes orientiert sich dabei an sechs zentralen Handlungsfeldern:
- Wohnen im Quartier
- Mobilität
- Gesundheitsförderung und Pflegeprävention
- Gesellschaftliche Teilhabe
- Armuts- und Einsamkeitsprävention
- Lebenslanges Lernen und digitale Teilhabe
Anhand verschiedener Praxisbeispiele wurde die Bedeutung einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und weiteren Akteuren hervorgehoben. Seniorenpolitische Leitlinien wurden dabei als wichtiges Instrument beschrieben, um die Herausforderungen des demografischen Wandels strategisch, koordiniert und praxisnah zu bewältigen.
Die Seniorenpolitischen Leitlinien des Landkreises Teltow-Fläming
Antje Bauroth, Senioren- und Behindertenbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, stellte den aktuellen Stand der überarbeiteten Seniorenpolitischen Leitlinien des Landkreises vor.
Der Erarbeitungsprozess umfasste eine umfangreiche Bürgerbeteiligung mit Workshops im Jahr 2025. Die daraus gewonnenen Ergebnisse wurden in die Leitlinien eingearbeitet, die im Jahr 2026 in den zuständigen Ausschüssen beraten und anschließend durch den Kreistag beschlossen wurden.
Die Leitlinien orientieren sich an sechs Handlungsfeldern der Leitlinien des Landes Brandenburg und lauten:
- Wohnen
- Mobilität
- Gesundheitsförderung und Pflegeprävention
- Lebenslanges Lernen und digitale Teilhabe
- Gesellschaftliches Engagement
- Bekämpfung von Armut und Einsamkeit im Alter
Besonderer Wert wurde auf die Entwicklung konkreter und messbarer Maßnahmen gelegt. Die Umsetzung soll durch regelmäßige Verwaltungsaktivitäten, jährliche Dialogforen sowie eine erneute Fortschreibung der Leitlinien in den Jahren 2031/2032 begleitet werden.
Die Seniorenpolitischen Leitlinien der Stadt Oranienburg
Pierre Schwering, Sachgebietsleiter für Gemeinwesen und Sport der Stadt Oranienburg, stellte die seniorenpolitischen Leitlinien der Stadt vor.
Mit den Leitlinien wurde ein strategischer Orientierungsrahmen für die Gestaltung guter Lebensbedingungen im Alter geschaffen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung von Selbstbestimmung, gesellschaftlicher Teilhabe und Lebensqualität älterer Menschen sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenslagen und Unterstützungsbedarfe. Die Leitlinien entstanden in einem mehrjährigen Beteiligungsprozess unter Einbeziehung von Seniorinnen und Senioren, dem Seniorenbeirat, Fachakteuren, sozialen Trägern, Politik und Verwaltung.
Als zentrale Handlungsfelder wurden die Stärkung von Vernetzungs- und Koordinierungsstrukturen, die Förderung generationenübergreifender Begegnungen, die kontinuierliche Fortschreibung seniorenpolitischer Ziele sowie die Verbesserung von Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten benannt. Die Umsetzung ist für den Zeitraum 2024 bis 2033 vorgesehen und soll dazu beitragen, den demografischen Wandel aktiv zu gestalten sowie die Selbstständigkeit und Teilhabe älterer Menschen langfristig zu sichern.
Im anschließenden Austausch wurde zudem die Umsetzung ausgewählter Maßnahmen im Rahmen des Landesförderprogramms „Pflege vor Ort“ in Oranienburg mit Frau Wolff vom Märkischen Sozialverein diskutiert. Pierre Schwering erläuterte, dass die seniorenpolitischen Leitlinien eine wichtige strategische Grundlage für die Entwicklung und Priorisierung gerade von Projekten im Rahmen von „Pflege vor Ort“ darstellen.
Die Chatbeiträge verdeutlichten insbesondere den Wunsch nach praxisnahen und umsetzungsorientierten Strategien für das Älterwerden vor Ort. Zentrale Themen waren die stärkere Verzahnung von Generationeninteressen, die Sicherung und Verstetigung von Unterstützungsangeboten, die Reduzierung komplexer Beratungsstrukturen sowie die Nutzung von Fördermöglichkeiten zur Umsetzung seniorenpolitischer Ziele.
Fazit
Die Veranstaltung bot einen praxisnahen Einblick in unterschiedliche Ansätze der Entwicklung und Umsetzung seniorenpolitischer Leitlinien. Die vorgestellten Beispiele aus dem Land Brandenburg, dem Landkreis Teltow-Fläming und der Stadt Oranienburg zeigten, wie durch strategische Planung, Beteiligung und Vernetzung die Herausforderungen des demografischen Wandels aktiv gestaltet und die Lebensbedingungen älterer Menschen nachhaltig verbessert werden können.
