Aktuelles
Nachlese zur FAPIQ-Infoveranstaltung „Sommer.Sonne.Hitze. – Hitzeschutz vor Ort“ vom 10. Juni 2026

29.06.2026 | Die FAPIQ-Infoveranstaltung informierte darüber, was Ämter, Städte und Gemeinden für Maßnahmen ergreifen können, um ältere und pflegebedürftige Menschen vor den Folgen der Hitze zu schützen. Als Mitglied des Zentralen Netzwerks Hitzeaktionsplan für Brandenburg hat es sich die FAPIQ zur Aufgabe gemacht, über die Empfehlungen aus dem Gutachten „Hitzeaktionsplan für das Land Brandenburg“ zu informieren und umgesetzte Hitzeschutzmaßnahmen im Land Brandenburg aufzuzeigen.
Präsentation FAPIQ – FAPIQ-Infoveranstaltung „Sommer.Sonne.Hitze. – Hitzeschutz vor Ort“
„Aktuelles zu Hitze und Gesundheit in Brandenburg“ | GreenAdapt
Carsten Walther, Geschäftsführer von GreenAdapt Gesellschaft für Klimaanpassung mbH, stellte die klimatischen Veränderungen mit Fokus auf das Land Brandenburg vor. 2024 war weltweit der heißteste Sommer seit der Wetteraufzeichnung. So verzeichnet auch das Land Brandenburg einen kontinuierlichen Anstieg der Hitzetage (Tage mit Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius). Diese Tendenz wird sich, laut Klimamodellen des Klimareports Brandenburg 2024, weiter verstärken. Die klimatischen Veränderungen wirken sich auf die Gesundheit aus, was sich durch Hitzeerschöpfung, Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, durch Dehydrierung oder gar Hitzschlag äußern kann. So lag die geschätzte Anzahl der hitzebedingten Sterbefälle 2018 bei etwa 8.700 Menschen bundesweit. Das Land Brandenburg reagiert auf diese Klimaerwärmung mit dem 2022 veröffentlichten Gutachten Hitzeaktionsplan Brandenburg und der Einrichtung der Fachstelle Zentrales Netzwerk Hitzeaktionsplan für Brandenburg, angesiedelt beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ). In diesem Rahmen wurde 2023 ein zentrales Netzwerk Hitzeaktionsplan für Brandenburg mit relevanten Akteuren gegründet, um sich auszutauschen und zu vernetzen.
Präsentation Carsten Walther – Aktuelles zu Hitze und Gesundheit in Brandenburg
„Hitzestress? Rathenow bleibt cool!“ | Stadt Rathenow
Corinna Thiel, Klimaschutzmanagerin der Stadt Rathenow im Landkreis Havelland, ermöglichte einen Einblick in die Hitzeschutzaktivitäten der Stadt, welche mittels Förderung der ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit Brandenburg umgesetzt werden können. Vorab erfolgten Gespräche mit vielen Akteuren darunter dem Seniorenbeirat, wodurch das Thema Hitze an Relevanz gewann. Anhand des Wärmebelastungsindex für die Stadt lässt sich gut erkennen, wo die städtischen Wärmeinseln sind. Als erste Maßnahme erfolgte die Implementierung des Refill-Projektes und die Erstellung einer „kühlen Orte Karte“. 2025 wurde ein neues Klimaschutzkonzept mit Integration der Klimaanpassung aufgestellt. In diesem Zusammenhang wurde die digitale Ideenkarte als Beteiligungsmöglichkeit erprobt. Hitzeschutz ist ein Bestandteil des Maßnahmenkatalogs. Weitere Maßnahmen sind die lokale Anpassung und Verteilung des Hitzeknigge und das Aufstellen des „Grünen Zimmers“ auf dem Marktplatz. Auf Schautafeln wird über die Themen Hitzeschutz und Klimaanpassung informiert und soll zudem einen Schattenplatz darstellen. Ferner ist im Juni die erste Hitzeschutzkonferenz in Zusammenarbeit mit dem Landkreis geplant, um eine Hitzeaktionsplanung anzustoßen.
Präsentation Corinna Thiel – Hitzestress? Rathenow bleibt cool!
„Erreichbarkeit von Multiplikatoren im Hitzeschutz – Vorstellung von HITZESERVICE“ | ecolo Agentur für Ökologie und Kommunikation
Dr. Julia Hellmann, Leiterin des Standorts München der ecolo GmbH & Co. KG Agentur für Ökologie und Kommunikation, präsentierte das 2021 gestartete Portal „HitzeService“, welches vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurde. Verbunden mit dem Ziel, Kommunen zu informieren, zur Umsetzung von Maßnahmen anzuregen sowie sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen werden u.a. Hitzeaktionspläne und ein Maßnahmenkatalog mit Maßnahmensteckbriefen zur Verfügung gestellt. Aufgrund des Wunsches nach mehr Austausch und Vernetzung wurden Fachgespräche und ein bundesweites Vernetzungstreffen durchgeführt, welche auch im Sommer/Herbst 2026 angeboten werden. Ein weiterer Fokus lag auf dem Erreichen der Zielgruppe, wobei die Lebenswelten eine entscheidende Rolle spielen. So finden sich auf dem Portal auch Kommunikationskonzepte für Multiplikatoren. Ferner gibt es seit Juni 2026 das Portal „cool pflegen – Hitzeschutz für Pflegekräfte“ zugeschnitten für den Pflegebereich mit u.a. Wissenswertes und einem Maßnahmenkatalog.