Begegnungsstätte Jacob 12, Zukunftswerkstatt

Kontakt

Initiator:
Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e. V.
Laufzeit:
Die Begegnungsstätte befindet sich noch im Aufbau. Die Bildungsangebote der Akademie 2. Lebenshälfte in Brandenburg an der Havel bestehen hier jedoch schon seit Längerem.
Kontakt:
Dr. Ingrid Witzsche
 
03381/ 410088
 
aka-brandenburg@lebenshaelfte.de
 
Jacobstr. 12
 
14776 14776
Aka/ Foto: Solveigh Calderin

Was wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Die Akademie 2. Lebenshälfte bietet Bildung für Menschen ab 50 Jahren an. Die Angebote reichen von der Gesundheitsvorsorge über PC-Kurse, Sprachen, Gehirnjogging bis zur Bewegung. Nun haben wir uns vorgenommen, das Haus auch für Interessensgruppen zu öffnen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich mit ihrem Quartier identifizieren und sich einbringen können. Wir wünschen uns, dass Jacob 12 in der Stadt ein bekannter Ort wird, an dem sich die Menschen für verschiedenste Aktivitäten treffen. Mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt sollte das zukünftige Programm der Begegnungsstätte sowohl inhaltlich als auch organisatorisch nach den Bedürfnissen und Interessen der Seniorinnen und Senioren des Quartiers ausgerichtet werden. Die Umsetzung dieser Ergebnisse soll durch Ehrenamtliche gesichert werden.

Was war Ihnen bei der Planung wichtig?

Im Juli 2017 veranstalteten wir unsere Zukunftswerkstatt, um Ideen zur Gestaltung unseres Angebots zu sammeln. Eingeladen waren alle Bürgerinnen und Bürger, der Seniorenbeirat, Träger sozialer Einrichtungen, Dozentinnen und Dozenten, Teilnehmende der Bildungsangebote sowie Vereine und Interessengruppen, wie bspw. der Bund der Vertriebenen. Zur Bewerbung der Zukunftswerkstatt haben wir Veranstaltungsflyer im Postkartenformat verteilt. Es kamen etwa 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Aus der Zukunfts-werkstatt entstanden drei Arbeitsgruppen, die an konkreten neuen Angeboten in den Bereichen Bildung, Begegnung, Kunst und Kultur arbeiten. Wir möchten den Menschen hier das Gefühl geben, gebraucht zu werden, wichtig zu sein, etwas bewirken zu können. Durch Mitbestimmung und Einbeziehung in das Geschehen soll zudem Selbstbewusstsein vermittelt werden, das Gefühl, etwas aufbauen zu können. Hier sollen Kontakte entstehen und Freundschaften geschlossen werden. So wollen wir die Einsamkeit der Menschen hier im Quartier verringern.

Wie gewährleisten Sie, dass Sie mit Ihrem Angebot die Zielgruppe erreichen?

Mit unserem Angebot wollen wir die gesamte Bevölkerung hier im Quartier in Brandenburg an der Havel (Innenstadt und Ring) erreichen und ansprechen. Das „Haus der Begegnung“ in der Jacobstraße 12, in dem unsere Begegnungsstätte ansässig sein wird, ist als ein solcher Ort des Zusammenseins vorgesehen. Das Haus ist zentral gelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Hier im Quartier ist die Kaufkraft der Menschen nicht sehr groß. Daher legen wir großen Wert auf preiswerte Angebote, so dass niemand wegen eines kleinen Portemonnaies ausgeschlossen wird. Die Bildungsangebote der Akademie bestehen hier seit Langem. Unser neues Angebot soll nicht „alt“ sein, wir wollen vielmehr generations-übergreifend Interesse wecken und Treffpunkt sein.

Wer unterstützt Ihr Angebot?

Die Akademie 2. Lebenshälfte ist gut vernetzt. Gemeinsam mit der Diakonie und dem Flüchtlingsnetzwerk bieten wir politische Bildung zum Thema Flucht an. Wir unterstützen die Caritas bei der Betreuung von Selbsthilfegruppen. Darüber hinaus sind wir gut vernetzt mit dem Seniorenbeirat der Stadt und allen Organisati-onen, die am Beirat beteiligt sind. Auch zur Stadt und allen Ausschüssen pflegen wir gute Kontakte.

Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?

Für den Betrieb der Begegnungsstätte bekommen wir eine finanzielle Förderung von der Stadt Brandenburg an der Havel. Die Kosten der Zukunftswerkstatt wurden über die Fördermittel der FAPIQ finanziert. Die restlichen Kosten trägt der Verein selbst.

Was war hilfreich bei der Umsetzung des Angebotes?

Zunächst war es wichtig zu prüfen, ob der Betrieb einer Begegnungsstätte durch den Verein realistisch ist, sowohl finanziell als auch inhaltlich. Erst als das klar war, haben wir uns an der Ausschreibung der Stadt zum Betrieb einer Begegnungsstätte beteiligt. Hier ging es vor allem um eine finanzielle Unterstützung. Natürlich wirkt sich diese Förderung durch die Stadt und die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung sehr positiv auf unsere Arbeit aus. Nachdem wir die Ausschreibung gewonnen haben, war die Beratung durch FAPIQ sehr wertvoll. Gemeinsam entwickelten wir die Idee einer Zukunftswerkstatt und setzten diese mit den Mitteln des Förderaufrufs um.

Was war hinderlich bei der Umsetzung des Angebotes?

In der Startphase hatten wir keine Klarheit darüber, welche Räume wir hier vor Ort nutzen können. Das lag daran, dass von Seiten des Vermieters einige Umstrukturierungen vorgenommen wurden. Das erschwerte uns die Planung der Angebote. Im letzten Sommer brachte dann ein großer Wasserschaden in der Begegnungsstätte alles zum Stillstand.

Wie kann Ihr Angebot gesichert und weiterentwickelt werden?

Wir arbeiten kontinuierlich an unseren Angeboten und lassen uns immer wieder etwas Neues einfallen. Es gibt viele Ideen, diese können jedoch nur Schritt für Schritt erprobt werden. Wir organisieren Highlights, wie Ausstellungen und Lesungen und überlegen, wie wir die Menschen hier anziehen können. Dabei sollen möglichst viele Gruppen angesprochen und viele Interessen bedient werden. Um das zu erreichen, fragen wir regelmäßig die Bedürfnisse unserer Besucherinnen und Besucher ab und berücksichtigen diese bei der Planung. Natürlich klären wir die Finanzierung neuer Angebote vorher genau ab.

Welche praktischen Tipps haben Sie für Nachahmende?

Wir empfehlen allen Akteurinnen und Akteuren im Vorfeld ein Ziel zu formulieren. Außerdem ist es unverzichtbar, die eigenen finanziellen Möglichkeiten genau durchzurechnen. Erst wenn diese Dinge geklärt sind, sollte man sich an die Umsetzung eines Projektes machen. Für uns erwies sich die Durchführung einer Zukunftswerkstatt als sehr produktiv. Dazu hat-ten wir breit eingeladen, um auch ein breites Spektrum an Ideen und Interessen für unser Quartier abzubilden. Die Menschen, die später vom Angebot profitieren sollen, müssen mitgestalten dürfen.