Beratungsstelle „Wohnen im Alter“

Kontakt

Initiator:
Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming „Netzwerk Gesundheitsdienstleister barrierefreies Bauen Teltow-Fläming“
Laufzeit:
seit Sommer 2019
Kontakt:
Vilma Trempler
 
03372 42070
 
v-trempler@handwerk-tf.de
 
Am Heideland 2
 
14913 Jüterbog
Wohnberatungsstelle
Informationsveranstaltung Wohnberatung Foto: Vilma Trempler

Was wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Ziel des Projekts ist die Information der Einwohnerinnen und Einwohner von Teltow-Fläming zum Thema „Wohnen im Alter“. Unter Einbeziehung lokaler Akteure im Bereich der Barrierefreiheit wurden eine Beratungsstelle und ein mobiles Beratungsangebot geschaffen. Barrierefreies Wohnen ist im ländlichen Raum eine wichtige Unterstützung für die häusliche Pflege. Die mobile Wohnberatung ist eine Anlauf- und Beratungsstelle für alle Altersgruppen, wo sich Betroffene, Angehörige und andere Interessierte frühzeitig über Möglichkeiten einer Wohnraumanpassung beraten lassen können. So soll die Selbständigkeit und Mobilität von Menschen in den eigenen vier Wänden und die Anpassung des häuslichen Wohnumfeldes an persönliche Bedürfnisse und Wünsche im Alter unterstützt werden.

Was war Ihnen bei der Planung wichtig?

Wichtig war es, neben den engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern des Netzwer-kes „Gesundheitsdienstleister barrierefreies Bauen Teltow-Fläming“ weitere Personen für die ehrenamtliche Beratungsstelle „Wohnen im Alter“ zu gewinnen.
Dazu wurden Kontakte zu verschiedenen Organisationen und Firmen aufgebaut und gemeinsam eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Im weiteren Verfahren konnten mehrere ständige Partner für die mobile Wohnberatung gewonnen werden.
Wichtig war die Durchführung einer gemeinsamen Fortbildung, um die (ehrenamtlichen) Wohnberaterinnen und Wohnberater gut auf ihre Tätigkeit vorzubereiten.

Wie gewährleisten Sie, dass Sie mit Ihrem Angebot die Zielgruppe erreichen?

Die Beratung wird 4 wöchig bzw. nach persönlicher Kontaktaufnahme und Abstimmung angeboten. Termine werden im Amtsblatt und direkt an der Beratungsstelle veröffent-licht. Die beteiligten Organisationen und Partner bieten älteren Menschen und Angehöri-gen ihre Dienstleistungen an. Durch das breite Spektrum der Beteiligten und ihre Exper-tise können viele Aspekte berücksichtigt werden. Die Beratungsstelle sammelt und prüft darüber hinaus Informationsmaterialien, um sie den Ratsuchenden zur Verfügung zu stellen.

Wer unterstützt Ihr Angebot?

Am Aufbau des neuen Beratungsangebotes, der Veranstaltung und der Qualifizierung beteiligten sich eine ganze Reihe von Partnern, z. B. der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Luckenwalde, das Deutsche Rote Kreuz, der Landkreis Teltow Fläming, die Investitions- und Landesbank (ILB), die Initiative „Barrierefrei Jüterbog“ und mehrere Fachfirmen und Hersteller.

Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?

Die Ausstattung der mobilen Wohnberatung und die Qualifizierung der ehrenamtlichen Wohnberaterinnen und Wohnberater konnten aus den Fördermitteln des FAPIQ Förder-aufrufs realisiert werden. Einer der Partner stellt barrierefreie Räumlichkeiten in Jüterbog für die Beratung und als „Heimathafen“ für das Projekt zur Verfügung. Die Beratung erfolgt kostenfrei und ehrenamtlich. Es erfolgt keine Finanzierung der Beratungsstelle.

Was war hilfreich bei der Umsetzung des Angebotes?

Das Engagement der Kooperationspartner aus den Verwaltungen, dem sozialen Sektor und den Firmen ist ein wichtiger Faktor beim Aufbau einer Wohnberatung für den ländlichen Raum. Insbesondere die produktive und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Initiative „Barrierefrei Jüterbog“ hat das Vorhaben sehr nach vorne gebracht und vor allem die Gewinnung von Ehrenamtlichen und die Raumsuche für die Beratung erleichtert.

Was war hinderlich bei der Umsetzung des Angebotes?

Die große Informationsveranstaltung erforderte in der Vorbereitung erhebliche Kräfte. Da sie zum Projektauftakt im Sommer 2019 stattfand und es an diesem Tag sehr warm war, haben sich vermutlich einige Seniorinnen und Senioren eher für den Garten oder den Balkon entschieden. So nahmen eher jüngere Zielgruppen und Angehörige das Angebot wahr. Gleichwohl fand ein reger Austausch nicht nur mit dem Publikum, sondern auch unter den beteiligten Akteuren statt.

Wie kann Ihr Angebot gesichert und weiterentwickelt werden?

Die Beratung ist auf Dauer angelegt. Die regionale Erweiterung und Vernetzung soll mit Unterstützung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse zur Koordinierungsstelle „Barrie-refrei“ ausgebaut werden.
Das neutrale Informations- und Beratungsangebot soll in möglichst viele Gemeinden im Landkreises Teltow-Fläming für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar sein. Das Netzwerk arbeitet gemeinsam an der weiteren Suche nach geeigneten Standorten und wirbt auch um weitere Ehrenamtliche aus der jeweiligen Region.
Eine kontinuierliche Finanzierung für die laufenden Kosten der ehrenamtlichen Beratung wäre wünschenswert, z. B. eine Aufwandsentschädigung für Fahrt- und Bürokosten. Dies ist aus Fördermitteln leider nicht realisierbar.

Welche praktischen Tipps haben Sie für Nachahmende?

Für ein solches Projekt braucht man gute Vorbedingungen und einen langen Atem. So arbeitet das Netzwerk „Gesundheitsdienstleister“ mit Unterstützung der Kreishandwer-kerschaft Teltow-Fläming schon seit Jahren intensiv am Abbau von Barrieren im Wohn-raum und im Wohnumfeld zusammen.
Die Initiative lebt auch davon, dass viele Leute die Ärmel hochkrempeln und tatkräftig mit anfassen und man sich nicht allein mit Debatten begnügt. Nur wenn Ressourcen zusam-mengelegt werden (wie Wissen, Zeit, Räume, Engagement und kostenfreie Ressourcen für die Beratung) kann es gelingen, auch im ländlichen Raum ein solches wichtiges Angebot zu schaffen.
Da der Beratungsbedarf in den letzten Jahren durch viele neue Angebote und Produkte deutlich zugenommen hat, hilft die Bündelung im Rahmen einer Wohnberatung nicht nur den älteren Menschen und ihrem Umfeld, sondern auch den Handwerker, deren Zeit oft sehr knapp bemessen ist.