Europäisches Filmfestival der Generationen

Kontakt

Initiator:
Landkreis Havelland
Laufzeit:
Seit 10/2017
Kontakt:
Sabine Kosakow-Kutscher
 
03385 551 1358
 
sabine.kosakow-kutscher@havelland.de
 
Platz der Freiheit 1
 
14712 Rathenow

Foto: Bruno Kämmerling

Was wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Wir wollen den Dialog der Generationen zum Thema Altern voranbringen und damit Angebote der Gesundheitsbildung und sozialen Teilhabe schaffen. Auf der Suche nach guten Beispiel-Projekten hat sich dieses als ausgezeichnete Möglichkeit dazu erwiesen, selbst schwierige Themen können über das Medium Film in einer verbindenden und bildenden Weise angesprochen werden. Menschen kommen darüber leichter ins Ge-spräch, die zeitweilige Kino-Gemeinschaft kann im besten Fall weiter Gemeinschaft stif-ten und ermuntern, aktiv die eigenen Lebensumstände im Alter zu gestalten. Auch An-gehörige werden so sensibilisiert und fühlen sich vielleicht besser verstanden. Der Ver-anstalter hat die Kommunen organisatorisch entlastet, angefangen bei der Auswahl der Filme. Wichtig war, Partner vor Ort zu finden und lokale Vernetzungen zu nutzen, um geeignete Spielorte zu finden, was wiederum der Bewerbung der Filme nutzte. Hilfreich war es, mit leichteren Filmen zu beginnen, wie das Leben so spielen aber auch wo man Hilfe bekommen kann.

Was war Ihnen bei der Planung wichtig?

Bürgermeister und Amtsdirektoren mussten ins Boot geholt und begeistert werden, dies gelang überwiegend. Seniorenbeiräte, Träger, Pflegedienste usw. haben die Veran-staltung vor Ort übernommen; die Bürgermeister waren bei den Vorführungen dabei. So konnte der Aufwand auf mehrere Schultern verteilt werden. Auf Barrierefreiheit mussten wir achten und dass die Spielorte möglichst wohnortnah waren – wichtig für mobilitätseingeschränkte Besucher. Im Vorfeld galt es, Lizenzen wirtschaftlich einzuho-len und ggf. Rabatte zu nutzen. Das geschieht über die zentrale Festivalleitung.

Wie gewährleisten Sie, dass Sie mit Ihrem Angebot die Zielgruppe erreichen?

Die Veranstaltungen selbst waren kostenfrei, und vertraute Veranstaltungsorte, etwa der Seniorentreff, halfen, die Hürden niedrig zu halten. Dazu galt es, mit lokalen Part-nern zu kooperieren, die Seniorenbeiräte zu beteiligen aber auch Jugendclubs z. B. zu integrieren; diese haben zum Teil Filme ausgewählt. Die Organisatoren vor Ort waren Menschen der Zielgruppe.

Wer unterstützt Ihr Angebot?

Bis Mitte 2017 hat uns das Demografie-Projekt im Havelland, dann das Demografie-Forum, das daraus hervorging, unterstützt, ebenso die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier.

Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?

Dem Etat des Demografie-Forums konnten Mittel entnommen werden, um Lizenzge-bühren und Flyer sowie Plakate zu bezahlen; dazu haben Landkreis und Gemeinden eine freiwillige Vereinbarung geschlossen, die auch künftig gilt.

Was war hilfreich bei der Umsetzung des Angebotes?

Ein Beispielprojekt aus dem näheren Umkreis stand mit Rat und Tat zur Seite (Mitteldeutsche Filmfreunde e.V. ); es gab einen guten Kontakt mit der zentralen Festivalleitung, ebenso mit einer Kinobetreiberin in Rathenow. Bürgermeister und Amtsdirektoren haben uns unterstützt und die Finan-zierung in die Wege geleitet. Gemeinden haben uns Vorführgeräte zur Verfügung ge-stellt.

Was war hinderlich bei der Umsetzung des Angebotes?

Es gab eine fixe Grenze im Förderantrag bei der FAPIQ für die Lizenzgebühren – deren Struktur hätte mehr Flexibilität erfordert. Die Druckkosten für die Flyer konnten nicht nachgereicht werden, da der Antrag abgeschlossen war. Das Zeitfenster des Filmfesti-vals war aufgrund der Ferien in Brandenburg für uns zu kurz.

Wie kann Ihr Angebot gesichert und weiterentwickelt werden?

Der Landkreis evaluiert gemeinsam mit den Veranstaltern vor Ort, Bürgermeister und Amtsdirektoren geben Feedback im Demografie-Forum. Für die nächsten 5 Jahre gibt es bereits eine Finanzierungszusage. Die Initiatorin/ Koordinatorin ist ohnehin fest ange-stellt.

Welche praktischen Tipps haben Sie für Nachahmende?

Keine zu großen Anfangserwartungen hegen, es dauert, bis die Angebote sich herum-sprechen, mit einer Anlaufphase rechnen; Kooperationspartner sind wegen der Arbeits-last wichtig, eine zentrale Koordination aber hilfreich. Die Finanzierung kann variiert werden, auch Gemeinden selbst könnten dazugeben. Spenden können zum Beispiel über Kaffee- und Kuchenverkauf generiert werden. Zivilgesellschaft, (Kommunal-)Politik und Wirtschaft müssen das Projekt als gemeinsames Anliegen begreifen und kooperie-ren (was im Havelland der Fall war).