Gute Stube

Kontakt

Initiator:
Lebenshilfe Frankfurt (Oder)
Laufzeit:
seit August 2017
Kontakt:
Gesine Lange
 
0335 28051018
 
info@lebenshilfe-ffo.de
 
Pablo-Neruda-Block
 
15230 Frankfurt (Oder)

Was wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Die Gute Stube soll die Menschen zusammenführen und dazu beitragen, dass Alt und Jung ohne Vorurteile aufeinander zugehen und voneinander profitieren. Durch das Knüpfen von sozialen Kontakten und den vorhandenen Raum für Begegnung wird einer Vereinsamung, vor allem der älteren Personen, entgegengewirkt. Die Organisation einer Nachbarschaftshilfe soll älteren Menschen ein eigenständiges Wohnen im Alter ermöglichen und somit dazu beitragen, dass diese im vertrauten Wohnumfeld alt werden können. Durch die Teilhabe der Mieterinnen und Mieter am Prozess der Ausgestaltung des Wohngebietes, soll eine grundlegende Steigerung der Wohnqualität erfolgen. Darüber hinaus soll durch das Projekt eine positive Wirkung nach außen erreicht werden, die die Attraktivität des Wohngebietes erhöht.

Was war Ihnen bei der Planung wichtig?

Aufnahme erster Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern (z.B. Fachhochschule Potsdam, Sportverein ESV, Mieterverein, Seniorenbeirat der Stadt); Erstmalige Nutzung des Gemeinschafsraums für den „lebendigen Adventskalender“ und danach offizielle Einweihung des Gemeinschaftsraums mit dem Bürgermeister in Begleitung der Presse; Durchführung einer Arbeitsgemeinschaft zum Thema Mediengestaltung und Medienverständnis; Aktive Nutzung des Raume auch durch die Kooperationspartnerinnen und -Partner, beispielsweise durch Wohnberatungen

Wie gewährleisten Sie, dass Sie mit Ihrem Angebot die Zielgruppe erreichen?

Durchführung der ausführlichen Bedarfsanalyse durch eine Mieterversammlung; Zukunftswerkstatt; zwei Workshops und ein Gespräch der Generationen; Öffentlichkeitsarbeit mit Hilfe von Aushängen; Handzetteln und einem Tag der offenen Tür; Einrichtung eines Büros als Anlaufstelle für die Ideen und Anfragen der Mieterinnen und Mieter

Wer unterstützt Ihr Angebot?

Unterstützende des Angebotes sind: Wohnungswirtschaft, Amt für Jugend und Soziales (Wohnhilfe/ ASD), Seniorenbeirat der Stadt Frankfurt (Oder), ambulante soziale Dienste wie: Freiwilligenzentrum, Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg, Internationaler Bund, Volkssolidarität, Quartiersmanagement, MehrGenerationenHaus MIKADO (MGH), der Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften der FH Potsdam und der Betreuungsverein der Lebenshilfe Frankfurt (Oder).

Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?

Das Projekt wurde durch die Förderprogramme „Soziale Stadt“ und „Demokratie leben“ sowie der Projektförderung der FAPIQ finanziert. Die restlichen Gelder stammen aus Eigenmitteln.

Was war hilfreich bei der Umsetzung des Angebotes?

Hilfreich zeigte sich vor allem das abgestimmte Vorgehen mit der Wohnungswirtschaft und dem Quartiersmanagement während der Konzeptentwicklung. Auch die Zusammenarbeit mit Partnern, wie der FAPIQ und der FH Potsdam (im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung), erleichterten die Umsetzung. Die Einbeziehung der Mieterinnen und Mieter durch gemeinsame Workshops und die dadurch entstehende Transparenz stellte sich ebenfalls als erfolgreich dar, weil so eine verbesserte Akzeptanz des Angebotes entstand. Auch eine gut abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit und regelmäßiger Kontakt zu den Partnerinnen und Partnern durch Netzwerktreffen sind Erfolgsfaktoren für ein gelingendes Projekt.

Was war hinderlich bei der Umsetzung des Angebotes?

Als hinderlich bei der Projektumsetzung stellte sich die lange Bauzeit der Guten Stube und die damit verbundene Nutzung des Ausweichquartiers im Pablo-Neruda-Block (PNB) heraus. Durch die lange Bauzeit verloren die Mieterinnen und Mieter teilweise das Vertrauen in das Projekt. Ein weiterer problematischer Punkt war, dass sich der Mieterbeirat als ehrenamtliches Gremium nicht so aktiv, wie ursprünglich geplant und gewünscht, einbringen konnte.

Wie kann Ihr Angebot gesichert und weiterentwickelt werden?

Ein wichtiger Ausgangspunkt ist das Motto: Arbeite nicht für, sondern mit der Zielgruppe. Weiterhin ist es erforderlich, sich Schwerpunkte zu setzen, Kontinuität und Transparenz zu schaffen und einen klaren Finanzierungsplan unter dem Aspekt der auslaufenden Förderung zu erstellen. Auch die Arbeit im Netzwerk und die Gewinnung neuer Partnerinnen und Partner sind entscheidende Punkte.

Welche praktischen Tipps haben Sie für Nachahmende?

Das Projekt wurde in das Portfolio der Lebenshilfe aufgenommen, wodurch es einen festen Baustein in den Arbeitsinhalten darstellt. Die Ehrenamtlichen sind, beispielsweise durch Vorlesearbeiten und andere Projekte, weiter im Quartier tätig, sodass bestehende Versorgungsstrukturen gestärkt oder ergänzt werden können. Unter dem Motto: Prävention statt teure Folgekosten durch unpassende oder zu spät in Anspruch genommene Dienste. Das Gesprächs- und Beratungsangebot ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern einen längeren selbstständigen Verbleib in ihren Wohnungen und die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe. Nachbarschaftshilfe soll langfristig zur Selbstverständlichkeit werden. Das Projekt hat mit seinen Ergebnissen eine positive Wahrnehmung von außen erfahren und es wurden weitere, vergleichbare Projekte eingerichtet. In der „Guten Stube" können perspektivisch weitere Arbeitsplätze, insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigen eingerichtet werden.