Tiergestütztes Angebot zur Unterstützung im Alltag – Lebensfreude schenken mit Hund

Kontakt

Initiator:
Therapiehunde Berlin, Jessica Exner
Laufzeit:
Seit 2006, seit Juli 2018 anerkannt nach § 45a Abs.1 SGB XI Land Brandenburg
Kontakt:
Jessica Exner
 
033042439413
 
info@therapiehunde-berlin.de
 
Flatower Str. 5a
 
16766 Kremmen
Aka/ Foto: Solveigh Calderin

Was wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Das Angebot möchte Menschen mit Unterstützungsbedarf erreichen, die Freude am Umgang mit Tieren haben. Thearpiehunde Berlin ist ein Projekt, das momentan aus sechs speziell ausgebildeten Hunden besteht. Mit dem Angebot werden Kunden aller Altersgruppen angesprochen, besonders Senioren und Seniorinnen. Menschen mit psychischen Störungen oder Behinderungen nehmen oft dankbar den Kontakt zu Tieren an, da diese ihnen vorurteilsfrei begegnen.
Mit Hilfe unserer Hunde erfahren Menschen emotional freudige Augenblicke, Lebensfreude und spüren Zuwendung. Das geschieht über Streicheleinheiten, die nicht nur der Hund, sondern auch der Mensch genießt, das Füttern und Bürsten der Hunde, sowie Spaziergänge an der fri-schen Luft. So kann es zum Beispiel für den Menschen eine beruhigende Erfahrung sein, wenn sich der Hund auf dem Schoß des Menschen wohlfühlt und einfach einschläft.
Das Wohl der Tiere steht dabei ebenfalls im Mittelpunkt. Der Mensch und das Tier werden genau beobachtet, um beiden Seiten gerecht zu wer-den. Der Mensch soll ein Vertrauensverhältnis zum Hund aufbauen können, sich in sei-ner Nähe wohlfühlen und eigene Impulse umsetzten und der Hund darf nicht überfordert werden.
Aus eigenen Erfahrungen heraus sind Tiere oft erste „Türöffner“, um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist einer der Gründe, warum wir uns für ein Angebot mir Tieren entschieden haben. Wir erreichen damit auf eine spielerische und fröhliche Weise einen ersten Kontakt zum Kunden und können die Lebensfreude der Tiere nutzen, um eigene Gefühle besser wahrzunehmen.

Was war Ihnen bei der Planung wichtig?

Das Unternehmen wurde in Eigenregie aufgebaut und zu Beginn war die Kapazität der Arbeitszeit durch die Tiere stark begrenzt. Ein Hund kann keine acht Stunden am Tag arbeiten. Es galt also mit der Zeit ein einsatzfähiges Team aus Vierbeinern zu bilden und diese zu trainieren, um mehrere Einsätze am Tag anbieten zu können. Ebenfalls mussten Konzepte zum Einsatz der Tiere entwickelt werden, um unterschiedlichen Zielgruppen gerecht zu werden. Im zweiten Schritt wurde das Team um eine weitere Person mit eigenem Hund erweitert.

Wie gewährleisten Sie, dass Sie mit Ihrem Angebot die Zielgruppe erreichen?

„Learning by Doing“ heißt die Devise. Beim Ausprobieren von unterschiedlichen Übun-gen werden die unmittelbaren Reaktionen von Mensch und Hund genau analysiert und reflektiert. So können diese gegebenfalls sofort angepasst und/oder verändert werden. Auch werden die Ideen und Anregungen von unseren Kunden aufgenommen.
Es ist wichtig, dass den Kunden keine Fähigkeiten abgesprochen, sondern ihre Ressourcen genutzt werden. So wirken auch die Kunden aktiv bei der Ausbildung unserer Tiere mit.

Wer unterstützt Ihr Angebot?

Das Angebot wird von vielen stationären und ambulanten Einrichtungen unterstützt. Dazu zählen der Förderverein der Regenbogenschule, sowie die Schule am Park und die Wiesengrundschule.

Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?

Es gibt verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. Träger von Einrichtungen überneh-men die Kosten für ihre Klienten, Fördervereine, Privatpersonen oder die Finanzierung über den Entlastungsbetrag der Pflegekassen.

Was war hilfreich bei der Umsetzung des Angebotes?

Das tiergestützte Angebot wurde zu Beginn nebenberuflich angeboten. Später kamen mehr Kunden, so dass es nun hauptberuflich existieren kann.

Was war hinderlich bei der Umsetzung des Angebotes?

Es gibt viele Vereine, die ehrenamtlich mit ihren Tieren im Einsatz sind. Es ist schwer Kunden von einem kostenpflichtigen Angebot zu überzeugen, wenn es auch kostenlose ehrenamtliche Hundebesuchsdienste gibt. Es ist wünschenswert das ehrenamtliche Dienste dort ankommen, wo keine Mittel zur Finanzierung zur Verfügung stehen. Ein-richtungen haben in der Regel unterschiedliche Finanztöpfe zur Verfügung.

Wie kann Ihr Angebot gesichert und weiterentwickelt werden?

Das Angebote kann nur über eine kontinuierliche Weiterentwicklung Bestand haben. Dazu zählt u.a. unser Anspruch unsere Arbeit mit Herz und Leidenschaft auszuführen. Das bedeutet, dass eigene Gefühle und Bedürfnisse im Blick behalten werden müssen. Ebenfalls ist es unablässig, die Ressourcen der vierbeinigen Kollegen ständig im Blick zu haben. Wir gehen in die Selbstreflexion und schauen wie unsere Kunden auf uns und unsere Angebote reagieren. Die persönliche Entwicklung als Schlüssel zur Weiterentwicklung des Unternehmens.
Die Bandbreite an Angeboten wird ständig erweitert. In Bezug auf die Erschließung neuer Zielgruppen zum Beispiel oder auch über die Zusammenführung von unter-schiedlichen Methoden.

Welche praktischen Tipps haben Sie für Nachahmende?

Unzählige Gespräche direkt mit den Klienten halfen sehr die Angebote ins Leben zu rufen. Die Kinder und Senioren äußern direkte und authentische Wünsche, was sie von meinem Angebot erwarten. Das Personal in Einrichtungen und die Angehörigen wurde ebenfalls mit einbezogen.