Serviceagentur Miteinander mit Café Miteinander

Kontakt

Initiator:
Arbeiten und Wohlfühlen in Hohenstücken e.V. (AuWiHo)
Laufzeit:
seit 24. Januar 2018
Kontakt:
Frau Marreel (Hauptamtlich im BIWAQ-Projekt „Quartiersbetrieb Hohenstücken“ + Mitglied im Verein AuWiHo)
 
03381 5516580
 
auwiho@gmail.com
 
Walther-Ausländer-Straße 1
 
14772 Brandenburg an der Havel

Was wollen Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

Wir möchten zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil beitragen. Dafür sind aus unserer Sicht niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten wichtig, die insbesondere Älteren und Langzeitarbeitslosen eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Durch die Serviceagentur soll die nachbarschaftliche Hilfe gefördert werden.
Die nachbarschaftliche Serviceagentur hat folgende Ziele:
•Förderung des nachbarschaftlichen Engagements
•Weitere Vernetzung und Stärkung des Gemeinwesens durch den Aufbau eines Verbundes für soziale Dienstleistungen
•Unterstützung hilfebedürftiger Bewohnerinnen und Bewohnern bei der Bewältigung ihres Alltags
•Ermöglichung der gesellschaftlichen Teilhabe von älteren Menschen

Was war Ihnen bei der Planung wichtig?

Für die Befragung wurden Akteurinnen und Akteure, die an der Versorgung von Älteren beteiligt sind, wie Pflegedienste, Wohlfahrtsorganisationen, Wohnungsbaugesellschaften und natürlich die Bürgerinnen und Bürger selbst, auf Veranstaltungen, wie Stadtteilfesten und dem Wochenmarkt interviewt. Außerdem wurden Bewohnerinnen und Bewohner stichprobenartig an der Haustür befragt. Die Erhebung hat gezeigt, dass im Stadtteil freiwillige, ausfinanzierte oder bezahlbare Unterstützungsleistungen, vor allem für ältere und hilfebedürftige Menschen, fehlen. Parallel dazu wurde im Rahmen des Bundesprogrammes BIWAQ eine Arbeitsgruppe gegründet, aus der später der Verein AuWiHo entstand. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Arbeitsgruppe treffen sich einmal pro Woche, um Angebote für den Stadtteil zu entwickeln und die damit verbundenen Aufgaben zu verteilen. Dabei werden kontinuierlich die Interessen und Fähigkeiten der Menschen, die sich engagieren wollen, erfasst. Gleich nach der Vereinsgründung bewarben wir uns mit der Idee einer gemeinnützigen Dienstleistungsagentur beim FAPIQ-Förderaufruf und erhielten eine Zusage für die beantragten Mittel. Daraus finanzierten wir eine eigene Netzwerkveranstaltung für Mitarbeitende von Organisationen, wie Stadtverwaltung, Wohnungswirtschaft, Pflegediensten und Freiwilligenarbeit. Hier erhielten wir die Anregung, einen lokalen Pflegestützpunkt, ähnlich einem Lotsendienst, aufzubauen. Außerdem ermöglichten uns die Fördermittel eine Hospitation beim Vorbildprojekt „WechselWeise - Nachbarn helfen Nachbarn“ aus Berlin Marzahn-Hellersdorf sowie die Erstellung von Materialen für die Öffentlichkeitsarbeit. Sehr konkret wurde es schließlich durch den Aufbau unseres Nachbarschaftscafés, das als Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner von Hohenstücken sowie als Anlaufpunkt der Serviceagentur und Möglichkeit, sich zu engagieren dienen soll. Seit Ende November 2017 erproben wir den Betrieb des Cafés. Die Beteiligten lernen, die Organisation eigenverantwortlich zu übernehmen. Sie müssen sich verbindlich verabreden und die Aufgaben sinnvoll verteilen. Am 15. Januar 2018 fand unsere zweite eigene Veranstaltung zur Einführung in die Nachbarschaftshilfe für die Aktiven aus dem Verein und der Arbeitsgruppe statt. Das Berliner Vorbildprojekt unterstützte uns vorbildlich. In Planung für den 24. Januar 2018 ist eine dritte Veranstaltung, in der dann die Angebote der Serviceagentur vermittelt und weitere Bedarfe festgestellt werden sollen. Diese Informationsveranstaltung stellt den Startpunkt für die Bereitstellung des „lokalen Lotsendienstes“ zu bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten für ältere und hilfebedürftige Menschen im Café Miteinander dar. Im Anschluss an unsere Veranstaltung findet im Café Miteinander der erste Unternehmerstammtisch zur Förderung der lokalen Wirtschaft in Hohenstücken statt. Dort werden wir auch für unser Vorhaben werben.

Wie gewährleisten Sie, dass Sie mit Ihrem Angebot die Zielgruppe erreichen?

Die Bedarfserhebung in Hohenstücken hat gezeigt, dass es im Stadtteil eine hohe Nach-frage nach und Bereitschaft zu bezahlbaren Unterstützungsleistungen bzw. gegenseiti-ger Nachbarschaftshilfe, vor allem für ältere und hilfebedürftige Menschen, gibt. Ho-henstücken gilt als sozial benachteiligter Stadtteil, der einen Schrumpfungsprozess durchlebt. Dies wirkt sich auch negativ auf das Miteinander in der Nachbarschaft aus. Es gibt zusätzlich einen Bedarf an der Entwicklung niedrigschwelliger und sinnstiftender Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil. Hier kann eine nachbarschaftliche Serviceagentur ergänzend wirken, ohne in Konkurrenz zu bestehenden Dienstleistungen zu treten.

Wer unterstützt Ihr Angebot?

Wir werden gut von unserem Vorbildprojekt „WechselWeise“ unterstützt. Die Kolleginnen und Kollegen stehen uns als Ansprechpersonen bei Fragen zur Verfügung. Außerdem konnten wir sie als Dozentinnen und Dozenten für unsere Veranstaltungen gewinnen und gemeinsam die Hospitation unserer Vereinsmitglieder organisieren. Die Stadt Brandenburg an der Havel führt im Rahmen des Bundesprogramms BIWAQ in Kooperation mit Brandenburg an der Havel Arbeitsförderungs- und. Strukturentwicklungsgesellschaft mbH (BAS) und Technologie-Netzwerk Berlin e.V. (TechNet) das Projekt „Quartiersbetrieb Hohenstücken“ durch. Durch die enge Verknüpfung mit diesem Projekt profitieren wir personell, inhaltlich und organisatorisch. Zur Stadt Brandenburg besteht ein guter Kontakt, insbesondere zur Stabsstelle Soziale Stadt. Im Bürgerhaus, in dem sich auch unsere Räume befinden, sind zahlreiche Akteurinnen und Akteure versammelt, mit denen wir zusammenarbeiten, beispielsweise mit dem Quartiersmanagement und der Lebenshilfe. Gemeinsam mit dem Flüchtlingsnetzwerk organisieren wir Veranstaltungen, in denen sich Geflüchtete engagieren. Mit dem Freiwilligenzentrum der Caritas und dem Senioren- und Pflegezentrum planen wir Kooperationen. Hier besteht bereits ein reger Austausch. Auch der Seniorenbeirat unterstützt unsere Arbeit und spielt für die Vernetzung innerhalb der Stadt eine wichtige Rolle.

Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?

Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung durch FAPIQ konnten wir den Vorbereitungsprozess für den Start der Serviceagentur vorantreiben. Unsere Aktivitäten leben im Moment durch viel persönliches Engagement der Mitglieder des Vereins und die personelle Unterstützung aus dem BIWAQ-Projekt. Einen kostenlosen Raum haben wir über das Technologie-Netzwerk Berlin e.V. (TechNet) erhalten. Zur nachhaltigen Verstetigung sowohl der „Serviceagentur Miteinander“ als auch des „Cafés Miteinander“ haben wir uns an einer Ausschreibung der Stadt Brandenburg für die Bereitstellung einer Begegnungsstätte für ältere Menschen im Monitoring Stadtteil Hohenstücken beworben. Weiterhin planen wir auf Anregung der FAPIQ darüber hinaus die Weiterentwicklung unseres Konzepts, um die Anerkennung als Dienstleister für alltagsunterstützende Angebote nach § 45a SGB XI zu erlangen.

Was war hilfreich bei der Umsetzung des Angebotes?

Für uns war anfangs sehr bedeutend, dass sich Menschen gefunden haben, die Lust hatten, sich in ihrem Quartier für Ältere zu engagieren. So konnten wir schnell die AG ins Leben rufen, aus der dann der heutige Verein entstanden ist.Die Förderung durch die FAPIQ unterstützte uns nicht nur finanziell und konzeptionell. Sie gab unserem Projekt Schwung und eine neue Dynamik, da Fristen einzuhalten waren. Dies beförderte die Zusammenarbeit und das persönliche Engagement. Um uns auszutauschen und Anregungen zu holen, nahmen wir am FAPIQ-Fachtag in Potsdam sowie der Dialogwerkstatt der Stadt Brandenburg „zur Situation und zu Perspektiven des Älterwerdens in den Stadtteilen – pro Alter“ teil. Hieraus ergaben sich für uns sehr wertvolle Kontakte und Kooperationen. Die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger im Quartier ist unverzichtbar. Durch persönliche Ansprache konnten wir Menschen gewinnen, die sich engagieren wollen aber auch Bedarfe erfassen. Und natürlich war die Zusammenarbeit mit unserem Vorbildprojekt in Berlin sehr förderlich.

Was war hinderlich bei der Umsetzung des Angebotes?

Die Raumsuche, sowohl für den Verein als auch für unser Café, war sehr zeitaufwendig. Das hat uns jeweils ausgebremst. Natürlich hatten wir auch organisatorische Hürden zu überwinden. So war das Verfahren der Vereinsgründung mit Notar, Satzung und allem, was dazu gehört, eine Herausforderung für die Mitglieder. Außerdem werden wir von einigen Akteurinnen und Akteuren immer noch als Konkurrenz wahrgenommen, was sehr schade ist und Vernetzungsprozesse verhindert. Im Moment versuchen wir die Finanzierung eines Koordinators für die Serviceagentur auf die Beine zu stellen, was schwierig ist.

Wie kann Ihr Angebot gesichert und weiterentwickelt werden?

Im Moment versuchen wir die Finanzierung eines Koordinators für die Serviceagentur auf die Beine zu stellen, was schwierig ist. Dies ist aber von Bedeutung, um eine zuverlässige und vor allem kontinuierliche Arbeit zu leisten.

Welche praktischen Tipps haben Sie für Nachahmende?

Wir empfehlen in erster Linie, Netzwerke zu schaffen und alle vor Ort tätigen Organisationen über das Vorhaben zu informieren und ggfs. Kooperationen einzugehen. In unserem Fall konnte ein intensiver Austausch und Wissenstransfer mit einem Vorbildprojekt erreicht werden. Wenn sich Ehrenamtliche gefunden haben, die sich engagieren wollen, ist es wichtig, die geleistete Arbeit wertzuschätzen. Durch gemeinsame Aktivitäten werden der Spaß und die Motivation der Ehrenamtlichen unterstützt.