Nachlese

Unser Veranstaltungsrückblick

 

„Zusammenhalt stärken“ – Fachkräftetreffen der alltagsunterstützenden Angebote nach § 45a SGB XI vom 31.Mai -01. Juni 2018 in Seddin

Dass es im gesamten Land Brandenburg mittlerweile 260 regionalspezifische Angebote zur Unterstützung im Alltag gibt, können Menschen mit Unterstützungsbedarf und auch deren pflegenden Angehörigen zum Beispiel gut über den Pflegenavigator der AOK herausfinden. Doch wie kann man bei all den vielen Angeboten, die ja in unterschiedlicher Trägerschaft sind, einen fachlichen Austausch zwischen den Fachkräften befördern, der neben der Weiterentwicklung der Angebote auch einen Zusammenhalt untereinander stärkt?

Dieser Herausforderung stellt sich die Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg seit vielen Jahren mit dem traditionellen zweitägigen Fachkräftetreffen in Seddin. In diesem Jahr meldeten sich wieder ca. 80 Fachkräfte aus dem allen Teilen des Landes Brandenburgs an.
Zu Beginn der Veranstaltung informierte das Landesamt für Soziales und Versorgung über die neuesten Entwicklungen der Datenbank zum Datenaustausch gemäß § 7 (4) SGB XI und deren Auswirkungen auf die Erfassung der Angebote zur Unterstützung im Alltag. Denn wie bereits oben erwähnt, finden sich nun alle Angebote zur Unterstützung im Alltag nun nicht mehr in einer gesamten Landkreisliste wieder, sondern kassenspezifisch, nach Postleizahlen geordnet. Das erleichtert Nutzerinnen und Nutzer die Suche nach entsprechenden Angeboten vor Ort. Und diese Datenbank stärkt den Zusammenhalt aller Angebote zur Unterstützung im Alltag enorm!

Der zweiten Teil des Vormittags widmete sich dem Thema „Aufgabe und Bedeutung der Mahlzeit im gesellschaftlichen Wandel“. Frau Prof. Dr. Rückert-John von der Hochschule schilderte aus soziologischer Sicht die soziale Funktion einer gemeinsamen Mahlzeit nicht nur im Alter, sondern auch als Entschleunigung für alle Menschen in der momentanen Beschleunigungsgesellschaft. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagsessen entstand wie von selbst ein Zusammenhalt zwischen den Fachkräften.

Der Hauptteil der Veranstaltung wurde durch acht unterschiedliche Workshops bestimmt und gestaltet. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer konnte sich also für zwei unterschiedliche Thematiken entscheiden. In jeweils drei Stunden wurde intensiv diskutiert, Potentiale erkundet, Lösungen entwickelt und Ressourcen entfaltet. Ein deutlicher Zusammenhalt war in den Zusammenfassungen der Ergebnisse im gesamten Plenum wahrzunehmen!
Folgende Workshops wurden angeboten:

• Wie initiiere ich einen Mittagstisch?
• „Hilf mir es besser zu verstehen“
• Ehrenamtliche gewinnen, schön und gut – aber wie?
• Ins Netz gegangen – damit Arbeiten morgen auch noch Spaß macht!
• Aufhorchen! – Eine spezielle Musik-CD für Senioren und Menschen mit Demenz
• Freude an der Bewegung – jeder Schritt zählt
• „Hörst Du mir mal zu? – Ich würde Dir gern erzählen, was mich beschäftigt“
• „Ich bin ganz neu hier“ – Einführung in den Aufbau eines Alltagsunterstützenden Angebotes
Hier finden Sie weitere Informationen zu den Workshops

Aktuelle Entwicklungen zur Brandenburger Pflegeoffensive schilderte am letzten Tag die Staatssekretärin Frau Hartwig-Tiedt. Dabei war ihr besonders wichtig: „Es ist eine gute Nachricht, dass immer mehr Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige solche Angebote nutzen. Die häusliche Pflege hat im Land Brandenburg einen sehr hohen Stellenwert. Fast die Hälfte aller Pflegebedürftigen wird allein von Angehörigen, oft neben dem Beruf, versorgt. Das ist ein täglicher Kraftakt. Sie verdienen Unterstützung. Wir werden alles daran setzen, diese Angebote auszubauen.“ Wenn das nicht den Zusammenhalt zwischen den Angeboten zur Unterstützung stärkt, was dann?

Zum Abschluss gab es eine Vorstellung des Projektes „Aufhorchen“ durch Babette Herboth.. Das Mehrgeneartionenhaus Nuthetal e.V. entwickelte speziell eine Musik-CD für Menschen mit Demenz. Ein sehr emotional bewegendes Video-Beispiel ließ erkennen, wie durch diese spezielle Musik eine kleine Tür zu der inneren Welt eines Menschen mit Demenz geöffnet werden kann. In dem großen Tagungssaal in Seddin entstand ein stiller Zusammenhalt, einfach so!